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AFFILIATE MARKETING

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Affiliate Marketing ist eine großartige Möglichkeit, mit deinem Blog Geld zu verdienen. Vereinfacht gesagt empfiehlst du deinen Lesern Produkte oder Dienstleistungen von anderen Unternehmen mithilfe eines Links auf deiner Webseite. Im Falle einer Buchung bzw. eines Kaufs erhältst du eine Provision.

Wir erklären dir in diesem Artikel, wie Affiliate Marketing im Detail funktioniert, welche Anbieter es gibt und worauf du achten solltest. 

Wichtig ist vor allem der folgende Ehrenkodex: Nur Produkte, die du selbst für gut befunden hast, sollten einen Platz auf deinem Blog finden.

1. Wie funktioniert Affiliate Marketing?

Affiliate Marketing ist eine Marketing-Disziplin, bei der zwei Parteien in einem Partnerprogramm zusammenarbeiten:

  • Partei A (du bzw. dein Blog): Publisher
  • Partei B (ein Unternehmen, z. B. Amazon): Advertiser / Merchant

 

Partei A vermittelt Interessenten (Leser) an Partei B. Dies funktioniert z.B. mithilfe eines Links, also einer Weiterleitung auf die Webseite. Im Falle eines erfolgreichen Geschäftsabschlusses (z. B. Kauf eines Buches bei Amazon) wird Partei A mit einer festgelegten Provision vergütet. 

Ein Beispiel: Du hast einen Reiseblog, warst gerade in Thailand unterwegs und möchtest nun einen Reisebericht veröffentlichen. Der Reiseführer XY hat dir in deinem Urlaub sehr weitergeholfen und du würdest ihn gern an deine Leser empfehlen. Mithilfe von Affiliate Marketing kannst du nun einen speziellen Affiliate-Link zu dem Reiseführer auf Amazon setzen. Wenn deine Leser nun über diesen Link etwas kaufen, erhältst du eine Provision.

Die folgende Grafik verdeutlicht noch einmal anschaulich, wie Affiliate Marketing funktioniert:

Grafik - Wie funktioniert Affiliate Marketing
  1. Website (Publisher) vermittelt Besucher
  2. Besucher kauft im Online Shop
  3. Online Shop (Advertiser / Merchant) zahlt Provision an Website


Das Affiliate-Netzwerk

Es kann sein, dass du als Blog nicht direkt mit den Advertisern kommunizierst, sondern ein Affiliate-Netzwerk als unabhängiger Partner zwischengeschaltet ist.

Der Vorteil ist: Nach einer einmaligen Anmeldung hast du Zugriff auf die Partnerprogramme vieler verschiedener Advertiser und musst nicht selbst mit den Unternehmen verhandeln.

Das Netzwerk übernimmt die folgenden Aufgaben:

  • Vernetzung von Publishern und Advertisern
  • Verlinkung von Werbemitteln
  • Tracking der Trasaktionen
  • Vergütung der Partner


Dieses Video erklärt Affiliate Marketing noch einmal anschaulich und beschreibt, welche Rolle das Affiliate Netzwerk dabei einnimmt:

Die bekanntesten Affiliate-Netzwerke

Die gängigsten Affiliate-Netzwerke in Deutschland sind:


Bei Ihnen findest du unterschiedliche Advertiser und ihre Affiliate-Programme. 

Zum Teil verfügen Unternehmen über eigene Affiliate-Programme (auch Inhouse genannt), ohne dass ein Netzwerk zwischengeschaltet ist. Das populärste Beispiel ist das Amazon Partnerprogramm.

Wenn du recherchieren willst, ob eine spezifische Marke, die du gern empfehlen würdest, über ein Partnerprogramm verfügt, reicht meist schon eine einfache Google-Suche à la "[Marke] Affiliate-Programm".

2. Affiliate-Programme und ihre Konditionen

Jedes Partnerprogramm verfügt über individuelle Konditionen und jeder Advertiser über eine andere Leistungsstärke. Daher ist es wichtig, bei der Auswahl geeigneter Partnerprogramme auf die folgenden Aspekte zu achten:

Das Vergütungsmodell

Es gibt unterschiedliche Arten, nach denen Publisher vergütet werden können:

Pay per Sale: Hierbei wird eine Provision gezahlt, wenn es zu einem erfolgreichen Kaufabschluss (Sale) kommt.

Pay per Lead: Bei diesem Vergütungsmodell wird ein Lead vergütet - dieser kann eine Anmeldung für einen Newsletter oder in einem Portal oder ein Download sein.

Neben diesen beiden gängigen Vergütungsmodellen gibt es noch die weniger populären Arten Pay per Click und Pay per Active.

Die Affiliate-Provision

Die Höhe der Provision kann ein fester Betrag oder prozentual definiert sein. Amazon zum Beispiel zahlt je nach Produktkategorie, aus der das beworbene Produkt stammt, 1 bis 10 Prozent des Warenwerts als Provision. 

Die Cookie-Lebenszeit

Woher weiß das Partnerprogramm, dass die Käufer über deinen Blog gekommen sind? 

Das sogenannte Tracking von Affiliate-Empfehlungen findet meist über Web-Cookies statt. Ein Cookie ist eine Datei, die eine Internetseite auf dem Gerät des Besuchers speichert. Sie enthält die Information darüber, wann welche Affiliate-Empfehlung stattgefunden hat.

Landet ein Besucher durch deine Empfehlung also auf der Seite des Advertisers wird ein Cookie gesetzt und der Besuch kann nachverfolgt werden. 

Eine gängige Cookie-Lebenszeit für Afilliate-Programme ist 30 Tage. Danach wird das Cookie gelöscht und ein potenzieller Kauf kann dem Publisher nicht mehr zugeordnet werden. 

Beim Amazon-Partnerprogramm ist das Cookie sogar nur 24 Stunden gültig. Da Amazon aber über sehr starke Conversionraten (siehe unten) verfügt, ist das Programm trotzdem sehr attraktiv.

Produkt- und Warenkorbwert

Je größer der durchschnittliche Produkt- bzw. Warenkorbwert des Merchants, mit dem kooperierst, desto höher ist dein eigener Umsatz bei einer erfolgreichen Vermittlung eines Kunden. 

Die Conversionrate

Die Conversionrate sagt aus, wie häufig ein Kauf bzw. Lead auf Seiten des Advertisers stattfindet. Umso höher die Rate, desto interessanter das Affiliate-Programm für den Publisher, denn desto häufiger generiert er eine Affiliate-Provision. 

Earnings per Click (EPC)

In vielen Affiliate-Netzwerken findest du Angaben über den EPC eines Affiliate-Programms. Die Übersetzung "Einkommen pro Klick" beschreibt bereits, worum es bei diesem Wert geht:

Er zeigt, wie viel Publisher durchschnittlich pro Klick auf einen Tracking-Link verdient haben. 

Umso höher der Wert, desto höher der potenzielle Verdienst für den Publisher.

Stornorate

Storniert ein Käufer seine Transaktion wieder, wird der Publisher nicht vergütet, weil auch der Advertiser keinen Umsatz generiert.

Umso höher die Stornorate des Advertisers, desto unattraktiver ist das Affiliate-Programm, da sie den Umsatz des Publishers schmälern.

Validierungszeitraum

Der Validierungszeitraum gibt an, wie lange es durchschnittlich dauert, bis eine Transaktion vom Advertiser geprüft und bestätigt (oder abgelehnt) wird.

Umso länger der Zeitraum, desto länger dauert es, bis der Publisher vergütet wird.

Einschränkungen des Advertisers

Jeder Advertiser legt strickte Regeln für sein Affiliate-Programm fest und definiert damit, wie der Publisher für Produkte werben darf. 

Eine Standard-Einschränkung ist zum Beispiel das Betreiben von Suchmaschinenwerbung (SEM) mit den Marken-Keywords des Advertisers. Das heißt z. B., ein Blog über Dronen, der am Amazon Partnerprogramm teilnimmt, darf keine Google-Anzeigen wie "günstige Dronen bei Amazon kaufen" schalten.

Der Publisher muss sich zwingend an diese Vorgaben halten.

Support

In manchen Fällen kann es wichtig sein, dass Advertiser und Publisher kommunizieren. Umso besser der Support ist, den Advertiser bereitstellen, desto reibungsloser kann die Zusammenarbeit der beiden Partner laufen.

3. Affiliate-Beispiel für einen Blog

Viele Blogs monetarisieren ihre Reichweite über Affiliate Marketing. Das heißt: Sie nutzen ihre Leserschaft, um Geld über Affiliate Marketing zu verdienen.

Auch Sinas Reiseblog Ferndurst generiert einen nennenswerten Teil seiner Einnahmen über Partnerprogramme. So gibt es unter anderem für jedes populäre Reiseziel eine individuelle Packliste, in der Sina ihren Lesern zeigt, was sie auf Reisen einpackt (und was nicht). Hier zum Beispiel die ultimative Bali-Packliste

Wie viel man mit Affiliate Marketing verdienen kann, wird im folgenden Artikel beleuchtet: Als Blogger Geld verdienen – damit kannst du rechnen und so geht’s!

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4. Wie viel kann man mit Affiliate-Marketing verdienen?

Wie viel du mit Partnerprogrammen verdienst, hängt von den oben beschriebenen Konditionen ab. Verallgemeinert lässt sich ​​​​sagen: 

  • Umso mehr Nutzer, desto mehr Affiliate-Potenzial besitzt ein Blog.

  • Umso teurer das Produkt, desto höher die Vergütung, doch desto seltener der Kaufabschluss. 

  • Umso bekannter der Merchant, desto erfolgreicher kann auch das Publisher sein.


Große Blogs kommen durch Affiliate Marketing auf vierstellige Summen im Monat.

Auch welche Wege man mit einem Blog Geld verdienen kann und wie lukrativ sie sind, wird im folgenden Artikel dargelegt: Als Blogger Geld verdienen – damit kannst du rechnen und so geht’s!

5. Vorteile von Affiliate Marketing

Affiliate Marketing ist deshalb so beliebt, weil alle beteiligten Parteien profitieren und eine Win-Win-Situation geschaffen wird:

Anders als z. B. bei herkömmlicher Bannerwerbung muss der Advertiser nur zahlen, wenn auch wirklich etwas verkauft wurde. Und der Publisher kann mit nützlichen Produkten, die er seinen Nutzern empfiehlt, selbst Geld verdienen.

Generell sind die Vorteile im Detail abhängig davon, in welcher Rolle man sich befindet:

Vorteile als Publisher (z.B Blog)

  • kein eigenes Produkt oder eigener Service nötig
  • keine Investitionskosten
  • keine Logistikkosten
  • kaum Betriebskosten
  • passives Einkommen
  • funktioniert 24/7
  • starke Advertiser haben hohe Konversionsraten


Vorteile als Advertiser / Merchant (z.B. Online Shop)

  • Performance-basiert
  • geringe Eintrittsbarrieren
  • zusätzlicher Traffic und mehr Sichtbarkeit
  • positive SEO-Effekte
  • geringe Betriebskosten
  • volle Kontrolle aller Programm-Konditionen: Provisionen, Laufzeiten, Werbemittel etc.


6. Herausforderungen beim Affiliate Marketing

Doch Affiliate Marketing bringt auch Herausforderungen mit sich, über die man sich bewusst sein sollte:

Herausforderungen für Publisher (z.B Blog)

  • Es sind größere Mengen Traffic nötig, um nennenswerte Ergebnisse zu erzielen. Du brauchst also eine größere Leserschaft.
  • Keine Kontrolle über die Performance des Advertisers (Conversionraten, Preise, Provisionen etc.).
  • Provisionen werden oft verzögert vergütet und noch später ausgezahlt.
  • Gute Affiliate-Programme werden auch von vielen anderen Publishern genutzt. 
  • Last Cookie wins: Du kannst als Publisher zwar die entscheidende Kaufempfehlung abgeben, aber trotzdem nicht dafür vergütet werden, weil der Käufer z. B. noch eine Preissuchmaschine genutzt hat, die dein Cookie überschreibt.

Herausforderungen als Advertiser / Merchant (z.B. Online Shop)

  • Gefahr von Missbrauch der Marke und des Affiliate-Programms durch den Publisher.
  • Betriebsaufwand bei der Auswahl der Partner und der Pflege des Programms.
  • Affiliate-Netzwerke verursachen Kosten.


Trotz aller Herausforderungen überwiegen die Vorteile und Affiliate Marketing bleibt ein spannender Marketing-Kanal.

7. Erfahrungen mit Affiliate Marketing

Wir durften bereits Erfahrungen auf Advertiser- und Publisher-Seite des Affliliate Marketings sammeln. 

Auf beiden Seiten haben sich Partnerprogramme stets als lukrative Wege herausgestellt, mehr Umsatz zu generieren.

Besonders für Publishern ist Affiliate Marketing extrem einfach zu realisieren: Anmeldungen für Partnerprogramme sind schlank, der Einbau von Links oder anderen Werbemitteln mit ein paar Klicks umgesetzt. 

Die größte Herausforderung für Publisher ist es, Inhalte für ihre Besucher bereitzustellen, die maximalen Mehrwert bieten und die Advertiser sinnvoll zu integrieren.

Für Advertiser sorgt ein Affiliate-Programm häufig für mehr Aufwand in Setup und Betrieb als im Vorfeld vermutet.

Generell sollte ein Partnerprogramm auf Langfristigkeit und Partnerschaftlichkeit angelegt sein.

8. Tipps & Tricks für Publisher und Blogger

Affiliate Marketing ist für Blogger leicht zu realisieren. Nichtsdestotrotz helfen Wissen, Planung und strategisches Vorgehen mehr Umsätze zu generieren.

Diese 11 Grundsätze sind legales Doping für dein Affiliate Marketing

  1. Kenne die Affiliate-Programme, in denen du aktiv bist und ihre Konditionen. 
  2. Wähle nur inhaltlich passende und hochwertige, renommierte Partner aus.
  3. Stehe hinter den Produkten, für die du wirbst und nutze sie selbst.
  4. Sei selbst ein seriöser, professioneller Partner für den Advertiser. 
  5. ​Lerne, maximalen Nutzen für deine Website-Besucher zu schaffen und mit Affiliate-Inhalten zu verbinden.
  6. Fokussiere dich nicht auf den Umsatz, den du mit deinen Partnerprogrammen machst, sondern auf die Qualität, die du deinen Besuchern lieferst - Umsatz wird folgen.
  7. Sei deinen Lesern gegenüber transparent und lass sie wissen, wann es sich um Affiliate Marketing handelt.
  8. Überfrachte deine Website nicht mit Affiliate-Angeboten.
  9. Versuche, nicht nur von einem Traffic-Kanal wie z. B. Google abhängig zu sein, sondern auch Social Media zu nutzen.
  10. Setze zusätzlich auf E-Mail-Marketing: Es hat die besten Conversionraten aller Marketing-Kanäle.
  11. Überwache den Erfolg deiner Partnerprogramme und versuche, die erfolgreichsten Programme noch umfangreicher zu integrieren.


Wir hoffen, wir konnten dir erklären, was Affiliate Marketing ist und wie es funktioniert. 

Wir wünschen dir viel Erfolg mit deinem Blog.

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Autor

BENNET POLENZ


Co-Founder bei Blog Wings und Online Marketing Stratege. Hat bereits Marken wie BRAVO, Cosmopolitan, InTouch und Wunderweib zu mehr Wachstum verholfen.

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